Bettflaschen

Eines der bekanntesten Produkte der Mössinger Kupferschmiede Ayen waren mit einem matten Rot ummantelte Bettflaschen. Die Zusammensetzung der Mixtur wurde streng geheimgehalten. Wohl aus gutem Grund, denn es war nicht gerade appetitlich, was sich in den Werkstätten abspielte. Um den entsprechenden Effekt zu erzielen wurden die Wärmeflaschen mit einem Gemisch aus Soda und Urin eingerieben. Aus diesem Grunde pinkelte die ganze Werkstattbesatzung in ein Sammelbecken.

Erst der Sohn des Kupferschmieds Karl Ayen setzte dieser Sauerei ein Ende und erfand eine Lauge aus Soda, Salz und reiner Buchenasche. Den letzten Schliff bekamen die Bettflaschen beim Polieren mit Bienenwachs oder Terpentinöl.

Rund 5000 der kupfernen Ovale verließen pro Jahr die Werkstätte der Firma Ayen. Was die Schmiede und Händler ihren Kunden aber nicht sagten: Bei Benutzung löste sich die mattrote Patina im Laufe der Zeit ab und hinterließ ein rot-verfärbtes Leintuch.

Eine kupferne Bettflasche Die Kuperschmiede Ayen in der Bahnhofstraße vor dem 2. Weltkrieg