Drechslerei
Die Mössinger Handwerker lieferten nicht nur die Behältnisse, in denen Bier, Most und Wein gut verwahrt waren. An der Steinlach wurden auch die Utensilien für den Ausschank der Getränke hergestellt. Anfang des 20. Jahrhunders gab es in Mössingen drei Dreher mit dem Namen Ehmann in Mössingen, die sich unter anderem auf die Produktion von Faßhahnen spezialisiert hatten.
Bereits im Jahr 1911/12 schaffte sich die Dreherei Martin Ehmann ihre erste elektrische Drehbank an. Neben Faßhahnen hatte die Firma noch andere Waren im Sortiment. Im letztem Jahrhundert war sie vor allem für die Herstellung und Reperatur von Spinnrädern zuständig, die in jeden Haushalt gehörten.
Ende des 19. Jahrhunderts kam die Mode auf, Schränke, Betten und andere Möbelstücke mit gedrehten Füßen zu versehen. Es gab sogar Särge mit gedrehten Füßen. Ein weiterer wichtiger Produktionszweig der Mössinger Dreher war die Herstellung von Knopfrechen. Auch wenn der Rechenmacher den Knopfrechen selbst herstellte, mußte der Knopf, der am Stielende mittels eines Zapfens angebracht war und dem Arbeitsgerät seinen Namen gab, vom Dreher gefertigt werden. Gedrehte Knöpfe wurden auch für Spatenenden hergestellt. Gefertigt wurden außerdem Staketen für Treppengeländer, und wie hätten sich die Kinder gelangweilt, wenn der Dreher nicht die beliebten Döpfle (Holzkreisel) hergestellt hätte.
Nach dem Aufkommen von Kunststoffässern, die natürlich auch mit Kunststoffhahnen ausgestattet waren, ließ die Auftragslage für hölzerne Faßhahnen stark nach. Die Herstellung von Flaschenspulen nahm nun für längere Zeit den Spitzenplatz in der Produkhierarchie der Dreherei Ehmann ein.
Gedrechselte Gegenstände
Dreher Martin Ehmann in seiner Werkstatt
Überdimensionaler gedrechselter Faßhahn