Küferei
Die Eichen am Albrand stehen auf kargen Böden. Weil sie langsam wuchsen, ist ihr Holz besonders hart und deshalb für die Faßherstellung bestens geeignet. Zusätzlich lieferte der hiesige Obstbau große Mengen Most, der in Fässer abgefüllt an die nahen Albgemeinden verkauft wurde.
Nördlich von Tübingen hatte man traditionell ovale Fässer, von Tübingen an in Richtung Süden gab es vor allem runde. Da die Mössinger Küfer für beide Gebiete produzierten, wurden sowohl runde, als auch ovale Fässer hergestellt.
Hans-Jörg Schanz, ein Küfer aus der Sulzgasse, hat vor 100 Jahren ein Bierfaß auf dem Rücken zur Brauerei Wulle nach Stuttgart getragen. Dort wurde die Qualität des Musterfasses für gut befunden, und Schanz durfte daraufhin größere Posten Bierfässer nach Stuttgart liefern.
Für die Türle der Fässer wurden besonders dicke Bäume benötigt. Im Wald herrschte unter den Küfern deshalb immer große Konkurenz. Martin Rilling, der Sohn eines Gomaringer Küfers, mußte sich deshalb als Kind immer auf die Türleseichen setzen und den großen Küfern Schanz (Mössingen) und Speidel (Ofterdingen) sagen, daß die Eichen schon für seinen Vater reserviert wären.
Küfer Streib beim Fertigen eines ovalen Fasses
Gelagertes Eichenholz zum Faßbau
Zum Transport bereitstehende Fässer
Verladung der Fässer auf einen LKW
Die Belegschaft der Küferei Schanz auf der Lehr in Mössingen
Die Holzbottiche der frühen Waschmaschinen wurden von Mössinger Küfern hergestellt.